Weltreise

Wir sind wieder unterwegs!

01.04. – 13.05.2018

Den letzten Beitrag habe ich während unserem letzten Besuch im Wallis bei winterlichen Verhältnissen geschrieben – unterdessen ist der Frühling ins Land gezogen und wir sind seit zwei Tagen nach langen fünf Monaten in der Schweiz endlich wieder unterwegs, hurra!
Aber erst mal Rückblende.
Am Wochenende nach Ostern erhalten wir in Ernen nochmals Besuch von unserem Sohn Martin mit Familie – unser dreieinhalbjähriger Enkel Joel wollte unbedingt wieder einige Tage mit uns im Wallis verbringen 😊! Und da es mit vier Erwachsenen und zwei Kindern in unserer kleinen Wohnung eher eng wird, sind wir froh über das sonnige Wetter. Und dank den Schneemassen von Ostern können wir sogar noch einen Schneemann bauen!
Seit diesen unbeschwerten Tagen sind wir sowie einige hilfreiche Heinzelmännchen fleissig an der Arbeit gewesen. Von unserem Kontakt für robustes MAN-Zubehör haben wir noch mehr Ersatzteile erhalten und die verstärkten Federbeine und Lagerungen für die Führerkabine sind eingebaut worden. An dieser Stelle nochmals unseren herzlichsten Dank an Peter und Franz! Weiter sind nötige Servicearbeiten erledigt, das Öl in den Planetengetrieben gewechselt und der Keilriemen ersetzt worden.
Dann haben wir unsere Freunde, welche in den nächsten Monaten Kanada und die USA mit ihrem Iveco unsicher machen werden, Ende April verabschiedet. Gute Fahrt, geniesst die Zeit und die unendliche Weite. Bis irgendwann wieder …
Und MANni hat sein neues Gesicht bekommen! Für dieses «Facelifting» haben Armin und unser langjährige Freund Markus zwei Tage geopfert, an denen sie ausgemessen, Metall gesägt, angepasst, wieder gesägt und geschweisst haben. Schlussendlich ist der Halter noch in die Verzinkerei gewandert, um silbrig glänzend an der Front von MANni montiert zu werden. Vielen Dank nach Rothrist für die grosse Hilfe!

Was mich vor ein paar Wochen noch zu der Überlegung angeregt hat, eine Namensänderung in Betracht zu ziehen, hat sich unterdessen als absolut unnötig erwiesen – schaut frau und/oder mann sich jetzt unseren durch die plastische Operation «verschönerten» Begleiter von vorn an, so kann es nur eine Schlussfolgerung geben: wir haben es hier definitiv mit einem ausgewachsenen Mammut zu tun 😉! Bei dem runden Ding da vorne handelt es sich offensichtlich um einen aufgerollten und eingepackten Rüssel (und nicht um ein schimmliges Willisauerringli, wie böse Zungen behaupten könnten 😉). So kann dieser beim Fahren nicht unter die Räder kommen, das Koloss kann also nicht aus Versehen über den eigenen Rüssel stolpern … und die weissen Streifen müssen Stosszähne sein, welche zwecks Stabilisierung zusammengebunden worden sind. Dann noch der grosse, graue Körper … und wie wohl allen bekannt ist, gibt es seit der neusten «Eiszeit» keinen passenderen Namen für ein Mammut als – MANni! – Die Schreibweise lassen wir mal ausser Acht.
Weiter sind die vielen grauen Rako-Kisten zum zigten Mal gepackt, neu angeschrieben und verstaut worden. Einige wenige Sachen, welche wir nach dem letzten Herbst als überflüssig erachten, sind aussortiert – wer nun aber glaubt, der Stauraum ist nun nicht mehr so vollgestopft, der irrt! Denn – es findet sich noch dies und das, welches mitgenommen werden will.
Und es kommt, wie es kommen musste: nach einem schönen und längeren Gleitschirmflug nach Ostern mit unseren «normalen» Schirmen ist für Armin klar: auch diese müssen bei unserem Neustart mit! Und da wir den lediglich an einem Tag gebrauchten Übungsschirm nicht mehr mitnehmen, findet sich dort wenigstens für einen der Schirme eine Lücke … und für den zweiten wird irgendwie sonst noch Platz gemacht … Nun sind wir gespannt, wie sich die grossen Gleitschirme mit den leichten und auf das Nötigste reduzierten Sitzgurten fliegen lassen – denn die «normalen» Sitze können wir definitiv nicht auch noch unterbringen! Wenn der berufsmüde und pensionsreife Petrus ein Einsehen mit uns hat, werden wir hoffentlich spätestens in den Fluggebieten von Slowenien eine einschlägige Antwort auf diese Frage erhalten 😉 …
Auch ich bin von den Vorbereitungen voll in Anspruch genommen: der Mückenvorhang wartet auf seine Vollendung, das Innere vom Koffer sollte wieder einmal gründlich(er) gereinigt, ein letztes Jahr begonnenes Nähprojekt fertig gestellt werden … und für die Essig- und Ölflaschen möchte ich in der doch eher kleinen Schublade eine Lösung haben, welche weniger Platz wegnimmt … was mir dadurch gelingt, dass ich für die Flaschen je zwei Bänder aus dickem Softshell- Stoff nähe, welche diese nun umschlingen und polstern. Danke Sabrina für die Stoffreste von Joels neuer, selbstgenähten Jacke! Und danke Armin für das Mitdenken und das Mitfinden dieser zur Nachahmung empfohlenen Lösung!

Dann können wir noch einige Geburtstage innerhalb der Familie feiern: im Februar wird Martin (schon) 32 Jahre alt, im März feiert Sabrina stolze 31 Lenze. Elina wird Mitte April zwei Jahre alt und zum Ende des Monates feiert Stefan eine 3, welche nun die nächsten zehn Jahre als erste Zahl seinen Rücken schmücken wird. Happy Birthday, ihr vier!
Auch im und ums Haus gibt es viel zu tun. Ausserdem muss noch einiges an Administrativem erledigt werden – zum Teil hängt dies damit zusammen, dass wir nicht genau wissen, wohin uns der Weg bis nach Südafrika führt … wir werden uns erst dann definitiv für eine Route entscheiden, wenn wir Kroatien bereist haben und sehen, wie schnell oder langsam wir bis dahin unterwegs sind. Und was sich in den letzten Tagen auch noch als wichtiges Entscheidungskriterium herauskristallisiert hat, ist die aktuelle Situation im Iran! Denn wer begibt sich schon freiwillig in die Höhle des Löwen (wobei ich nicht das Land selber, sondern eher die momentane Lage als Höhle des Löwen bezeichne …) und bei einem drohenden Supergau in der ersten Reihe dabei sein! Hoffen wir, dass es nie soweit kommt! Aber wenn dieser amerikanische Trampel noch weiter auf seiner egoistischen, provokativen und kurzsichtigen Schiene verbleibt …
Die Spannung steigt – und irgendwann legen wir den Abreisetermin fest. Somit heisst es schweren Herzens wieder Abschied nehmen – von vielen lieben Personen, Bekannten und der Familie. Am schwersten fällt uns dies definitiv bei Joel und Elina – die beiden sind uns, wenn dies überhaupt möglich sein sollte, in den letzten Monaten noch mehr ans Herz gewachsen! Tschüss ihr beide, bis dänn, mer händ eu ganz, ganz fescht gärn!!!
Am Freitag, 11. Mai 2018 nehmen wir unseren seit unterdessen gut drei Jahren geplanten und abrupt unterbrochenen Traum wieder in Angriff – nach einem fulminanten Endspurt leicht erschöpft und zum Teil auch leicht lädiert (die Konstruktion des Radhalters hat bei Armin einen kleinen Tribut in Form einer geprellten Rippe gefordert 😉) fahren wir los … und ab sofort heisst es:

SWILLIS SIND WIEDER UNTERWEGS 😊😊😊

Am Freitag geht es zuerst einmal, so wie es sich auch für ein Mammut gehört, auf die Waage – wir haben ja gewusst, dass unser Grosser nicht eben ein Leichtgewicht ist – aber eine etwas kleinere Zahl auf dem Waageschein hätten wir doch erwartet. Wie weit sich der neue, massivere und dadurch auch schwerere Hilfsrahmen hier bemerkbar macht, sei dahingestellt. Mit wieviel Gewicht wir nun tatsächlich unterwegs sind, verraten wir hier nicht – denn als anständige Leute plaudern wir natürlich nicht über das Gewicht Anderer 😉 …
Unser nächstes Ziel ist das Unterengadin. Zum Glück ist der Flüelapass geöffnet – der neue Zwischenrahmen bringt uns nicht nur mehr Gewicht, sondern auch etwas mehr an Höhe: neu misst MANni knappe 3,80 m! Und der Zugverlad durch den Vereinatunnel kann bis zu einer Höhe von max. 3,77 m, wo die Breite 1,70 m betragen darf, genutzt werden – für uns somit keine Chance! Nach einem gemütlichen Nachmittag verbringen wir eine kühle und ruhige Nacht am Rand des Nationalparks im Val S-Charl.

Am Samstag treffen wir uns in Scuol mit unserer Freundin Susi, bevor wir den Reschenpass hinüber ins Südtirol in Angriff nehmen. Da es im Haupttal schwierig ist, einen Übernachtungsplatz zu finden (ausser auf einem der offiziellen Stellplätze, was uns aber wie üblich nicht sonderlich reizt), biegen wir vor Meran links in ein Seitental ab, wo wir nun in der Zwischensaison einen schönen und ruhigen Platz bei der Talstation des hiesigen Skigebiets finden – was trotz den grossen Verbotsschildern, welche das Campieren, gar das Parkieren mit Wohnmobilen verbieten, niemanden stört. Auch wenn sich das Wetter hier auf 2000 M.ü.M. nicht von der trockensten und wärmsten Seite zeigt, reicht es am Sonntag nach einer ungestörten Nacht für eine kleine Wanderung – nicht nur MANni sollte etwas abspecken 😉 …
By the way – wir sind in dem Tal, wo der berühmte Ötzi seine Seele ausgehaucht hat – leider haben wir aber eine eventuelle Partnerin Ötzine nicht gefunden und werden uns somit nicht in die Reihen derer, welche bedeutsame archäologische Entdeckungen gemacht haben, einordnen können. Was wir aber entdeckt haben, sind zahlreiche zaghafte Anzeichen für den kommenden Bergfrühling …

Goodby, rafiki yetu! Kwaheri kwa sasa …

volle Distanz: 448.43 km
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