Weltreise

Check-Points, Rebellen und viel augenberuhigendes GrĂŒn 😉

01. – 21.01.2019

Am ersten Tag des neuen Jahres heisst es wieder einmal Abschied nehmen. Matthias, unser «Reise-Adoptivsohn đŸ˜‰Â», sattelt seine BMW und möchte so schnell wie möglich nach Namibia weiterreisen und hofft, so der Regenzeit zuvorzukommen 
 Wie wir ein paar Tage spĂ€ter von ihm erfahren, hat er sich zwei weiteren Motorradfahrern aus Belgien angeschlossen, Vater und Sohn, welche ebenfalls auf dem Weg nach Namibia sind und die wir bei Toni Togo in LomĂ© kennen gelernt haben. Der Gedanke, ihn alleine auf den Kamerunischen und Kongolesischen Pisten zu wissen, hat uns nicht wirklich behagt und so sind wir froh, ist er nun in guter Gesellschaft.

Lennart und Julian bringen Sven nach Cotonou zum Flughafen und werden die nĂ€chsten drei Wochen in Benin herumreisen, bevor auch Julian wieder nach Deutschland zurĂŒckfliegt. Lennart wird Ende Januar sein Toyota Buschtaxi in Cotonou in einen Container stecken und nach Walvis Bay in Namibia verschiffen 
 

Auch Jo und Renate aus Österreich, zu zweit auf einem KTM Motorrad vom Chad und der Zentralafrikanischen Republik herkommend, ziehen weiter. Sie sind nach Norden unterwegs.

Wir wĂŒnschen euch allen weiterhin eine gute, unfallfreie und erlebnisreiche Reise und hoffen, einige von euch dann irgendwo im sĂŒdlichen Afrika wieder zu sehen 😊!

Wir geniessen noch fĂŒr einen Tag die Ruhe hier im AwalĂ© Plage in Grand Popo, bevor auch wir der KĂŒste entlang nach Cotonou weiterziehen. Die Strasse fĂŒhrt uns an Lagunen voller blĂŒhenden Seelilien vorbei, wo wir auch hie und da eines der hier zum Teil noch erhaltenen HĂ€user auf Stelzen im ufernahen Bereich erspĂ€hen 


In Ouidah, dem wichtigsten Ort des hier weitverbreiteten Voodoo-Glaubens, biegen wir von der Hauptstrasse ab und nehmen die «Route des PĂȘches» unter die RĂ€der. Diese sandige Piste fĂŒhrt von hier bis nach Cotonou an den aus Holz und/oder Palmwedeln gebauten HĂŒtten der Fischer entlang, direkt hinter dem feinsandigen, kilometerlangen Strand. Gleich zu Beginn machen wir noch einen Halt. Auch hier in Benin wurden unzĂ€hlige Gefangene aus dem Inland als Sklaven verkauft und unter menschenunwĂŒrdigen Bedingungen nach SĂŒdamerika und in die Karibik verschifft. Ihnen zu Ehren ist hier ein Denkmal aufgestellt worden. An diesem wunderschönen Ort an das grausame Schicksal dieser Menschen erinnert zu werden, macht mich irgendwie noch mehr betroffen und traurig als an den anderen besuchten Orten, wo dasselbe geschehen ist. 

Eingangs Cotonou hat sich ein KĂŒnstler niedergelassen, welcher aus dem MĂŒll, den er am Strand sammelt, irre Skulpturen herstellt. So steht eine Vespa da, ein dreirĂ€driges TuckTuck, ein König samt Entourage und noch vieles mehr. Eine wirklich originelle Art des Recyclings 😊!

Wiedersehen macht Freude und kommt oft unverhofft – beim in Overlander-Kreisen bekannten Guesthouse eines Schweizers in Cotonou treffen wir wieder auf Lennart und Julian sowie auf die beiden belgischen Motorradfahrer. Leider passt MANni nicht in die gesicherten Parkbuchten und so bleiben wir eben draussen an der Strasse stehen 
 der NachtwĂ€chter hat auch ein sicheres Auge auf uns 😉.

Eigentlich wollten wir das Gabun Visum erst in Kamerun holen – wie wir erfahren, ist es hier aber sehr einfach und schnell. Somit sind wir kurz nach der Öffnungszeit auf der Botschaft und schon 1 Âœ Stunden spĂ€ter mit dem Visum im Pass wieder unterwegs, diese von KleinmotorrĂ€dern, Dreck und Staub verseuchte Stadt zu verlassen. Manche Quartiere, besonders diejenigen an den Ausfallstrassen, sind so schmutzig und staubig, wie wir es noch nie gesehen haben – und die StĂ€dte in Afrika sind ĂŒberall sehr staubig und schmutzig, aber hier 
 â˜č!

Eigentlich hatten wir geplant, in Lagos, Nigeria, den Mann zu besuchen, der uns das Einladungsschreiben fĂŒr das Nigeria-Visum gemacht hat. Leider ist er noch bis zum Wochenende in seinem Heimatdorf und so entscheiden wir uns, einen kleineren GrenzĂŒbergang weiter nördlich zu nehmen und den Moloch Lagos mit seinem unendlichen Verkehrsstau grossrĂ€umig zu umfahren. 

Sobald wir die KĂŒste verlassen, Ă€ndert sich die Landschaft, es wird trockener und steppenartig. Allgemein wird es nun staubiger – der Harmattan, der trockene und staubige Wind aus der Sahara, hat eingesetzt und treibt zudem auch noch die Temperatur weiter in die Höhe. Als wir uns am Nachmittag in KĂ©tou, nahe der Grenze, in einem Hotel einquartieren, zeigt unser Thermometer 37° C an! Wir sind deshalb froh, dass das Zimmer, dass wir nehmen mĂŒssen, ĂŒber eine Klimaanlage verfĂŒgt 😊. 

Nigeria – ein Land, welches nicht nur unter Overlandern einen schlechten Ruf geniesst! Wir sind gespannt, was von all den gehörten und gelesenen Geschichten stimmt und wie wir das Land und die anscheinend allgegenwĂ€rtige Korruption erleben werden! Um es vorweg zu nehmen: Check-Points hat es viele, vor allem auf den kleineren Strassen in GrenznĂ€he. Damit jeder auch wirklich anhĂ€lt, sind Nagelbretter ĂŒber die Strasse gelegt und einfach langsam durchfahren und winken keine wirklich gute Idee 
 Wir «durften» auf den ersten 80 km im Land 27 Mal anhalten und unsere Papiere vorweisen – eine zeitraubende Angelegenheit! Auf den Schnellstrassen im Inland stehen die Polizisten und MilitĂ€rs wohl des Öfteren, angehalten werden wir dort jedoch sehr selten. Nur in ganz vereinzelten FĂ€llen werden wir nach einem «gift» oder gar nach Geld gefragt. Nicht einmal wird uns wegen einem angeblichen Verkehrsdelikt eine Busse angedroht und kein einziges Mal werden unsere Papiere eingezogen, um erst nach der Bezahlung von Bakschisch wieder herausgegeben zu werden – wir werden von den Offiziellen immer zuvorkommend und meistens sehr höflich behandelt! Bei vielen Check-Points, an denen wir angehalten werden, erregt die Tatsache, dass wir mit einem LKW von der Schweiz bis hierhin gefahren sind, viel Erstaunen und wir werden oft lachend in Nigeria willkommen geheissen. Das Schreckensgespenst Nigeria haben wir also in dieser Hinsicht ĂŒberraschend positiv erlebt 😊!

Strassentechnisch wĂŒrden wir Nigeria folgendermassen einordnen: Nebenstrassen schlecht, schmal und mit Schlaglöchern ĂŒbersĂ€ht. Falls mal ein besserer bis guter Abschnitt beginnt, hat es einen Check-Point nach dem Anderen oder vor in und nach den Dörfern widerliche Speedbumps. Die Haupt- resp. Schnellstrassen sind in einem akzeptablen bis guten Zustand und nur vereinzelt wird an den Check-Points, und hier meistens in Ortschaften, kontrolliert. Auffallend sind auch hier die unzĂ€hligen Fahrzeugwracks, welche die StrassenrĂ€nder sĂ€umen – Autos, Busse und Lastwagen werden einfach verbeult, zerschmettert und verbrannt wie sie sind an Ort und Stelle zurĂŒckgelassen und verrosten!

Eine Besonderheit auf Nigerianischen Schnellstrassen, welche in jeder Fahrtrichtung doppelspurig verlaufen: die langsamen Vehikel, vor Allem die schwer beladenen Lastwagen, halten sich meistens auf der linken Spur auf und werden rechts ĂŒberholt. Das hat zur Folge, dass sich auch MANni immer wieder mal auf der rechten Spur aufhĂ€lt und an seinen «Kollegen» vorbeirauscht oder im Schlangenlinienkurs von rechts nach links wechselt, um an allen vorbeizukommen 😉 


Da dieses und die nachfolgenden LĂ€nder z.T. noch vor kurzem mit Unruhen und/oder politischen Schwierigkeiten zu kĂ€mpfen hatten oder immer noch haben, kommt fĂŒr uns (leider) ein wildes Campieren weniger in Frage – wir suchen uns jeweils ein Hotel oder ein Guesthouse, wo wir im gesicherten Innenhof parkieren können. Meistens sind wir dadurch gezwungen, ein Zimmer zu nehmen, eine nicht immer billige Angelegenheit. Und manchmal dauert es auch etwas lĂ€nger, bis im Haus ein Zimmer gefunden ist, in dem auch alles einigermassen funktioniert 😉 
 erst das sechste (und teuerste!) uns gezeigte Zimmer wird auch von der Direktion als soweit gut eingestuft – wir erhalten es dann sogar zum Preis des ersten und billigsten Zimmers, welches uns gezeigt wurde 😊! Aber das Übernachten in klimatisierten RĂ€umen hat einen unerwĂŒnschten Nebeneffekt – schon nach wenigen Tagen sind wir beide erkĂ€ltet und husten â˜č.

Je weiter wir nach SĂŒdosten kommen, desto grĂŒner wird die Landschaft. Wir fahren zum Teil durch Sumpfgebiete, wo Reis angebaut wird und von Urwald bewachsene HĂŒgel werden hĂ€ufiger. Zum zweiten Mal auf unserer Reise ĂŒberqueren wir hier in Nigeria ĂŒber eine imposante BrĂŒcke den Niger – hier wĂ€lzt er sich breit und trĂ€ge durch die Landschaft. 

Schon in Togo und Benin haben wir das Geschehen an der Grenze Nigeria / Kamerun aufmerksam verfolgt. Der GrenzĂŒbertritt von Ikom nach Ekok (dem einzigen, der fĂŒr uns soweit problemlos zu bewĂ€ltigen ist, da MANni fĂŒr die schmalen Urwaldpisten weiter nördlich eher zu gross ist) war lange wegen der Unruhen im anglophonen Teil von Kamerun geschlossen und erst vor wenigen Tagen hat sich die Nachricht verbreitet, dass sie wieder geöffnet ist – ob auch fĂŒr Touristen, weiss jedoch niemand 
 

Als wir am Sonntagabend in Ikom ankommen, wird uns im Hotel eröffnet, dass die Grenze nach Ekok generell wieder offen, am Montag jedoch geschlossen ist – erst am Dienstag können wir es versuchen 
 das fĂ€ngt ja gut an! Somit sind wir gezwungen, einen Tag hier zu verbringen, nicht eben zu unserer Freude. Aber Armin hat nun Zeit, die Muttern der SpannbĂŒgel der hinteren Federn nachzuziehen, was nach der Reparatur in LomĂ© zwei- bis dreimal jeweils nach ca. 1000 km gemacht werden muss. Er hat schon damals der einen oder anderen Mutter nicht getraut und war sich wegen dem Drehmoment nicht sicher – die von Franz angegebenen 420 nM findet er doch etwas gar hoch 
 schon bald gibt es unter MANni einen Knall und ich höre es fluchen – das Gewinde eines BĂŒgels hat das Anziehen nicht ĂŒberlebt und ist eventuell sogar gebrochen! Mist – und das hier, wo wir nicht sicher sind, ob wir die Grenze bei Ekok auf Teer schaffen oder doch noch ĂŒber schlechte und schmale Pisten weiter nördlich durch den Urwald fahren mĂŒssen! Denn ohne den benötigten Druck auf das Federpacket ist ein Federbruch vorprogrammiert 
 Zum GlĂŒck kann uns ein von der Rezeptionistin herbeigerufener Mechaniker Ersatzmuttern besorgen, diese sind jedoch nicht von der benötigten QualitĂ€t 
 somit können wir nur hoffen, dass es hĂ€lt, bis eine seriösere Reparatur möglich ist.

Damit sich die triefende Nase von Armin hoffentlich wieder etwas beruhigen kann, handle ich mit dem Hotelmanagement aus, dass wir die zweite Nacht gegen Bezahlung einer «ParkgebĂŒhr» im MANni schlafen können 
 ohne die ganze Nacht von einer Klimaanlage angeblasen zu werden! Denn ohne diese ist es in den Hotelzimmern noch weniger zum Aushalten als im MANni mit geöffneten Fenstern!

Dienstag, 8. Januar 2019 – schon frĂŒh fahren wir die wenigen Kilometer zur Grenze, welche um 8 Uhr öffnet. Auch hier viele Check-Points – einige der Beamten wĂŒnschen uns viel GlĂŒck, andere meinen ganz bestimmt, dass wir die Grenze nicht passieren können, lassen uns aber dennoch weiterfahren 
 

Auf der Seite von Nigeria wird uns empfohlen, erst einmal zu Fuss ĂŒber die BrĂŒcke auf die Kameruner Seite zu gehen und nachzufragen, ob wir einreisen dĂŒrfen 
 als wir dem Officer erklĂ€ren, dass wir fĂŒr Nigeria ein multiple-entry Visum haben und somit wieder einreisen könnten, falls uns Kamerun zurĂŒckschickt, bekommen wir doch den Ausreisestempel – good luck! Nach der BrĂŒcke werden wir angehalten und ein Beamter steigt zu uns herein, um uns die wenigen hundert Meter zur Immigration zu begleiten – auch er weiss nicht, ob wir hier wirklich einreisen können, das entscheidet dann der Postenchef des ImmigrationsbĂŒros. Und ĂŒberhaupt, die Strasse ist gesperrt. Warum denn das? – Sie ist gesperrt, erst morgen wieder offen! Warum das so ist, können wir nicht in Erfahrung bringen 


Wir werden in den ummauerten Hof des Postens geleitet, MANni wird aussen und innen inspiziert und wir angewiesen, auf den Chef zu warten, er sei unterwegs hierhin. Unterdessen ist es 8:30 Uhr und wir sind immer noch zuversichtlich, dass wir es schaffen werden 
 Es sind nicht sehr viele Leute und Fahrzeuge unterwegs, es ist unerwartet ruhig fĂŒr einen HauptgrenzĂŒbertritt 
 und wir warten, werden vertröstet – er kommt – und warten 
 endlich um 13:30 Uhr, fĂ€hrt der sehnlichst erwartete Postenchef ein. Er selber und die ihn begleitenden Polizisten sind schwer bewaffneten und mit schusssicheren Westen ausgestattet. Das kann ja heiter werden 
 Kurze BegrĂŒssung – wir warten weiter 
 er taucht wieder auf – «Gebt mir fĂŒnf Minuten, dann komme ich zu euch!» – diese wenigen Minuten dehnen sich aus und werden zu zwei Stunden! Um 15:00 Uhr wird uns eröffnet, dass wir vielleicht einreisen können. Da jedoch Krieg herrscht, können wir nur mit Eskorte nach MamfĂ©, der nĂ€chst grösseren Ortschaft, fahren. Und diese Eskorte muss ja erst noch organisiert werden! 

Ausserdem regt er sich noch auf, dass uns die Botschaft im weit entfernten Abidjan (ElfenbeinkĂŒste) das Visum ausgestellt hat, denn die wissen ja nicht, wie es aktuell hier aussieht! Können wir da etwas dafĂŒr? «Habt ihr nicht gewusst, dass hier ein Kriegsgebiet ist? Ihr könnt nur begleitet weiterfahren, alleine ist es viel zu gefĂ€hrlich!» – «Wir wissen, dass es in diesem Gebiet Konflikte gegeben hat, aber von einer kĂŒrzlichen Eskalation wissen wir nichts und das Visum haben wir ja erhalten 
 Haben wir eine andere Möglichkeit, mit unserem Fahrzeug von Nigeria nach Kamerun zu kommen? Gibt es einen anderen GrenzĂŒbertritt, der fĂŒr uns machbar ist?» – Auf diese Fragen haben wir bis heute noch keine Antwort erhalten 
 

Was doch solche lĂ€stigen Schweizer mit einem grossen Fahrzeug, welche an einem fĂŒr Touristen eigentlich nicht geöffneten Zoll im Krisengebiet einreisen möchten, doch fĂŒr unnötige Arbeit generieren 😉 
 Um 17:00 Uhr ist uns klar, dass heute gar nichts mehr geht und wir somit die Nacht gut bewacht in diesem «Kriegsgebiet» verbringen werden!

(Schon seit einigen Jahren gibt es in Kamerun Konflikte, da sich der anglophone und ehemals zu Nigeria gehörende, kleinere sĂŒdwestliche Teil des Landes vom französischsprechenden, grösseren Teil abspalten möchte. Die Regierung in YaoundĂ© ist so weit gegangen und hat dem rebellischen Gebiet das Internet und die Telefonverbindungen gekappt resp. abgestellt. Im November des letzten Jahres haben Wahlen stattgefunden und es wurde prognostiziert, dass es, egal wie die Wahlen enden, zu einem BĂŒrgerkrieg kommen wird. Bis jetzt ist die Lage noch relativ ruhig, es wird aber immer schwieriger, das Visum fĂŒr dieses Land zu bekommen. Wie erwĂ€hnt, war die Grenze zu Nigeria bei Ikom / Ekok lĂ€ngere Zeit geschlossen und niemand weiss, wie lange es so bleibt. Somit hatten wir sicherlich GlĂŒck, dass wir eine Zeitspanne erwischt haben, wo es uns zĂ€hneknirschend erlaubt wurde, hier in das Land einzureisen. Denn unsere «Sicherheit» LKW gilt hier nicht 
 😉)

Neuer Tag – neue Hoffnung. Um 9:30 Uhr erhalten wir das ersehnte und erhoffte o.k. fĂŒr die Einreise 😊. So schnell geht das aber dann doch nicht – nachdem das Carnet und die PĂ€sse abgestempelt sind, wird unser rollendes Heim innen und aussen Ă€usserst genau von zwei mit MP ausgerĂŒsteten Polizeibeamten nach Waffen abgesucht. Alle SchrĂ€nke und Schubladen mĂŒssen geöffnet werden, die RĂŒckenpolster der Sitzgruppe werden abgenommen, in jeden dunklen Winkel wird mit der Taschenlampe geleuchtet, jede Kiste wird geöffnet und abgesucht 
 einer der beiden winkt schon lange ab und meint, dass es gut sei, der andere jedoch will es genau wissen 
 Ă€usserst suspekt ist dann der Wassertank, denn dort drinnen herrscht schwarze Dunkelheit und wer weiss, was wir fĂŒr eine FlĂŒssigkeit transportieren? Erst als Armin einen Becher nimmt, Wasser direkt aus dem Tank schöpft und dieses trinkt, ist der Beamte von der Harmlosigkeit des Inhalts ĂŒberzeugt 
 Auch die AussenstaukĂ€sten und die Garage werden genauestens untersucht. Armin muss alle Rako-Kisten ausladen und öffnen und der Inhalt erzeugt mehr als einmal das Erstaunen der MĂ€nner – was diese westlichen Touristen so alles auf eine Reise mitnehmen, unglaublich 😉! 
 Endlich gibt sich auch der kritischere Mann zufrieden und wir sind froh, dass sie nicht gemerkt haben, dass in der FĂŒhrerkabine noch weitere Kisten hinter den Sitzen sind. Denn wer weiss, was passiert wĂ€re, wenn sie die Drohne entdeckt hĂ€tten 


Wie wir angewiesen worden sind, habe ich mich vor der Kontrolle auf dem Posten gemeldet, wo es heisst, wir können gehen (Aha, nun doch ohne Eskorte?) 
 und da niemand an der Schranke, wo wir stehen, auftaucht und wir auch hier das o.k. zur Weiterfahrt erhalten, machen wir uns alleine auf, Kamerun zu entdecken 
 

Am ersten Check-Point werden wir angehalten und der ob unserem Auftauchen erstaunte Beamte greift zum Telefon 
 schon nach kurzer Zeit braust ein Auto heran und der erboste Postenchef von der Grenze staucht uns zusammen, was uns denn einfĂ€llt, einfach alleine zu fahren, ohne die erforderliche Eskorte! Alle Insassen im Auto sind wieder schwer bewaffnet und tragen schusssichere Westen. Als sie uns auf dem Weg nach MamfĂ© hinterherfahren, fragen wir uns, was sie bei einem Überfall von Rebellen ausrichten und wie sie uns schĂŒtzen wollen. Ausserdem tragen wir im vorderen Fahrzeug mit einer grossen Windschutzscheibe, also das potenziell erste Ziel, keine schusssicheren Westen 
?

In MamfĂ© angekommen entschuldige ich mich nochmals ganz höflich und plötzlich ist der Chef wieder ganz nett und kann sogar lĂ€cheln 
 ob das meiner Entschuldigung oder der zĂŒgigen Fahrweise von Armin geschuldet ist, entzieht sich meiner Kenntnis 😉. Wir sind uns jedoch sicher, dass wir seit lĂ€ngerem die ersten Touristen sind, die hier einreisen konnten 


Wir werden vor dem Polizeiposten mitten im Ort «deponiert», denn nun ist der hiesige Chef, der Commissioner, fĂŒr die weitere Eskorte nach Bamenda zustĂ€ndig 
 bis zum Abend lĂ€uft, ausser dass wir registriert werden und mehrmals die gleichen Fragen beantworten mĂŒssen und uns belehren lassen mĂŒssen, dass hier Krieg herrscht und der Inhalt unseres Hauses begutachtet wird und und und 
 ĂŒberhaupt nichts und wir werden vor Einbruch der Dunkelheit zu einem nahen Hotel im «sicheren» Stadtteil geleitet und nachdrĂŒcklich angewiesen, die Nacht im Zimmer und nicht im draussen parkierten MANni zu verbringen 
 an diesem Abend, schon im Zimmer, hören wir zum ersten und auch einzigen Mal einige wenige SchĂŒsse. Aber ansonsten ist alles ruhig 
 

Schon kurz nach der Grenze fĂ€llt uns auf, dass sehr wenige Menschen unterwegs sind, die Dörfer wirken fast wie ausgestorben, das ĂŒbliche afrikanische Gewusel und die VerkaufsstĂ€nde fehlen und nur wenige Fahrzeuge begegnen uns 
 auch in MamfĂ© dasselbe Bild. Uns wird erklĂ€rt, dass heute «ghosttown» sei, die Strassen gesperrt und erst morgen oder gar ĂŒbermorgen wieder offen und befahrbar sind 
 das hat es doch schon an der Grenze fĂŒr den gestrigen Tag geheissen??? Heute hier, morgen dort – was wird hier gespielt? Armin meint, RĂ€uber und Poli, ich nehme das Ganze dann doch etwas erster 


Am nĂ€chste Morgen sind wir, wie geheissen, um 7:30 Uhr wieder vor dem Polizeiposten – und warten einen ganzen weiteren langweiligen Tag darauf, dass der Commissioner zwischendurch auftaucht und uns ĂŒber das weitere Vorgehen informiert, was er aber nicht macht. Die Strassen sind auch heute fast wie ausgestorben 
 um 16:30 Uhr wird uns mitgeteilt, dass die angeblich organisierte MilitĂ€r(!)eskorte (die Polizei kann diese gefĂ€hrliche Aufgabe ab hier nicht ĂŒbernehmen) schon lange hĂ€tte hier sein mĂŒssen und wir nun, angesichts der vorgerĂŒckten Zeit, wieder ins Hotel mĂŒssen – um morgen um 7:30 Uhr wieder da zu sein. Wir sind schon um 7:10 Uhr da und 
 warten weiter, dass nichts geschieht. Nach gut einer Stunde gehe ich mich mal erkundigen, was nun los ist – man muss auf den Commissioner warten 
 der war aber schon mal da und hat uns links liegen lassen! Was soll das? Wir werden sodann informiert, dass die Eskorte um 7:00 Uhr da gewesen sein soll – wir waren kurz danach hier und die hĂ€tten doch sicher ein paar Minuten gewartet, oder? Ausserdem war bekannt, wo wir uns befinden – was soll das denn nun schon wieder? Nach einer weiteren Stunde Warterei wird es uns zu bunt und verĂ€rgert mache ich dem anwesenden SekretĂ€r klar (welcher bis jetzt den Kopf hinhalten musste und fĂŒr den Chef geweibelt ist), dass wir nicht mehr lĂ€nger warten wollen, es heute ja regen Verkehr auf der Strasse hat und wir deshalb auch ohne Eskorte fahren werden!  Als bald danach (oh Wunder!) der Commissioner wieder auf seinem Kleinmotorrad herangebraust kommt, gehen wir hin und erklĂ€ren auch ihm, dass wir fahren möchten, wenn nötig eben ohne die offensichtlich so schwierig zu organisierende Eskorte. Punkt. Erstaunlich schnell ist er damit einverstanden und lĂ€sst uns unterschreiben, dass wir ĂŒber die Gefahr aufgeklĂ€rt worden sind und auf eigenes Risiko alleine fahren. Wir dĂŒrfen jedoch nicht den direkten Weg nach Douala nehmen, sondern mĂŒssen ĂŒber Bamenda, ein «kleiner» Umweg von ca. 300 km! Dies, da diese Strasse weniger lang im «Kriegsgebiet» verlĂ€uft
 Als wir uns verabschieden bin ich mir nicht sicher, ob der Boss nicht erleichtert ist, nun nicht mehr fĂŒr uns zustĂ€ndig zu sein und keine seiner so kostbaren Zeit mehr mit der Organisation einer Begleitung verschwenden zu mĂŒssen 😉 


Auf der gut ausgebauten Strasse nach Bamenda kommen wir recht schnell voran und nur wenige Check-Points halten uns auf. Sobald wir uns als Touristen «outen», dĂŒrfen wir weiterfahren. Einer der Beamten gibt sogar seiner Freude Ausdruck, endlich wieder einmal Weisse zu sehen! Zweimal werden wir jeweils von drei jungen MĂ€nnern mit Karabinern angehalten – es sind offensichtlich Streugruppen der gefĂŒrchteten Rebellen, welche uns nicht nach dem Leben trachten oder uns entfĂŒhren wollen – sondern nur nach Geld fragen, damit sie weitere Munition kaufen können! Einer nimmt beim NĂ€herfahren zitternd seine Flinte hoch und meint, dass sie die Munition brauchen, damit sie auf die Polizei schiessen können – auf uns schiessen sie nicht, wir sind ja keine Polizei! Wie will ein solcher Haufen Rebellen seinem Wunsch nach SelbststĂ€ndigkeit fĂŒr den anglophonen Teil Kameruns Gehör verschaffen und das auch durchsetzen? Sicher war der Konflikt schon ernster, aber was wir hier gesehen haben, gibt ein eher trauriges Bild ab und hinterlĂ€sst doch ein grosses Fragezeichen, wie ernst und gefĂ€hrlich die Lage denn nun wirklich ist 
 wir glauben eigentlich nicht, dass wir nur GlĂŒck hatten, dass uns nichts geschehen ist. Wir sind eher der Ansicht, dass der Konflikt, wie so oft, von der Regierung und den Medien zugespitzt dargestellt wird und die Behörden dieses Spiel mitspielen mĂŒssen, wollen sie ihren Job behalten 
 Denn von den vielen FlĂŒchtlingen, welche angeblich auf der Nigerianischen Seite in Zeltlagern dahinvegetieren sollen, haben wir nichts bemerkt und zerschossene und niedergebrannte HĂ€user, welche an der Strasse nach MamfĂ© so zahlreich zu sehen sein sollen, gibt es zwar, aber nicht allzu viele 
 

Es herrscht nicht allzu viel Verkehr und auch in den Dörfern sehen wir weiterhin wenige Menschen. Erst ab Bali, kurz vor Bamenda, Ă€ndert sich das Bild und das normale afrikanische Gewimmel und Gewusel ist zurĂŒck. Ich muss gestehen, mir ist nun doch etwas wohler zu Mute 
 Nachdem wir uns ĂŒber die gute Strasse gefreut haben, wird sie ab Bamenda plötzlich grottenschlecht. Die Landschaft ist sehr schön, von dichtem Urwald ĂŒberzogene HĂŒgel und Bergkuppen dehnen sich endlos aus. Dementsprechend viele Kurven sind zu fahren und der miese Strassenzustand und ein ungewollter Abstecher auf eine schlechte Piste, welche uns das Navi dummerweise als zu fahrender Weg aufzeigt, kostet uns mehr Zeit als gedacht. Somit kommen wir weniger weit als geplant und da wir noch keine Gelegenheit hatten, unsere Westafrikanischen CFA gegen Zentralafrikanische CFA zu wechseln, haben wir auch noch kein Geld fĂŒr dieses Land! Beide WĂ€hrungen sind an den Euro gekoppelt, heissen (fast) gleich und haben denselben Wechselkurs, werden jedoch im jeweils anderen WĂ€hrungsgebiet trotzdem nicht angenommen 
 

Nicht nur hier in Kamerun, auch in den nĂ€chsten LĂ€ndern staunen wir darĂŒber, wie viele GrĂŒntöne es gibt. BlĂ€tter, Farne, Schlingpflanzen, GrĂ€ser – jeder Baum, jede Gras- oder sonstige Pflanzensorte hat ein anderes grĂŒn! Wir fahren zeitweise an ĂŒppige wachsendem Gras vorbei, das so giftgrĂŒn ist, dass es in der Sonne fast schon fluorisziert und uns blendet 
 nur wenige rötliche KronblĂ€tter von BĂ€umen oder BlĂŒten durchbrechen dieses augenberuhigende GrĂŒn 


Nach einer weiteren warmen Nacht im Hof eines Hotels in Bafoussam geht es frĂŒh weiter. Viele Kurven, viele Schlaglöcher, viele Speedbumps und viele Check-Points (wo wir meistens anhalten werden und unsere Papiere vorweisen mĂŒssen) spĂ€ter kommen wir in Douala, dem Wirtschaftszentrum von Kamerun, an. Und hier machen wir zum zweiten Mal den Fehler, dass wir dem Wachmann glauben, dass wir auf dem Hotelparkplatz ohne Probleme fĂŒr die Nacht stehen bleiben können 
 Wir machen es uns auf der lauschigen Terrasse bei einem kĂŒhlen Bier gemĂŒtlich und fragen erst um 17:00 Uhr bei der Rezeption nach, ob das denn auch wirklich o.k. ist? Ist es nicht – wir können parkieren, mĂŒssen jedoch ein nicht eben billiges Zimmer nehmen – was wir ja eben nicht möchten. Da heute Samstag ist und wir erst am Montag hier in Douala eine Manufaktur fĂŒr Federn aufsuchen können, die auch Reparaturen durchfĂŒhren soll, entscheiden wir uns kurzfristig, noch 80 km weit an der KĂŒste nach Norden zu fahren und bei einer Lodge in Limbe den Sonntag zu verbringen. Und somit kommen wir in eine Situation, welche wir eigentlich immer vermeiden wollen – die letzten Kilometer legen wir bei Dunkelheit zurĂŒck! Als wir nach langer Sucherei und Irrfahrten endlich vor der angepeilten Lodge stehen, sieht diese ziemlich verwaist aus 
 zum GlĂŒck taucht jedoch ein Bediensteter auf und nach einem Telefonat mit der in Douala weilenden Besitzerin haben wir ihr o.k. und dĂŒrfen uns im schönen Garten auf den Rasen bei klimatisch sehr tropischen VerhĂ€ltnissen hinstellen 


Übrigens: hier in Kamerun sehen wir zum ersten Mal auf Stöcke aufgespiesstes und am Strassenrand zum Verkauf angebotenes Buschfleisch – bis jetzt haben wir eine Art Bisamratten, Zibetkatzen, Stachelschweine, kleine Antilopen, Schlangen und Affen gesehen – manche ganz, andere ohne Kopf, wieder andere aufgeschnitten und gerĂ€uchert – ein gruseliger Anblick – die Versuchung, etwas zu kaufen, hĂ€lt sich bei uns in sehr engen Grenzen 


Den Sonntag verbringen wir gemĂŒtlich mit ausspannen, mit dem DĂ€nischen Besitzer und seinem HollĂ€ndischen Nachbarn plaudernd beim nachmittĂ€glichen Sundowner 😉, mit der Suche nach einem meiner verschollenen Flipflops (wahrscheinlich ist er am Abend heruntergefallen und einer der Hunde hat ihn geklaut) und schliessen den Tag mit einem ausgezeichneten Nachtessen und einem Schlummertrunk ab, zu dem sich noch ein Deutscher gesellt, der fĂŒr ein Projekt fĂŒr den nahen Mount Cameroon Nationalpark arbeitet. Leider ist auch dieser Berg, der höchste in Westafrika, im «Sperrgebiet» und wir zĂŒgeln somit unsere aufkeimende Lust, an einem der Kraterseen nach Waldelefanten zu suchen und in einer der Eco-Lodges am Berg zu ĂŒbernachten, so wie es uns vom HollĂ€nder schmackhaft gemacht wird 
 Übrigens: die hier lebenden EuropĂ€er, mit denen wir gesprochen haben, sind der Ansicht, dass die KĂŒste bis Limbe und das Dorf selber sicher sind.

Am Montag fahren wir ĂŒber verwaiste Strassen und ebensolche Dörfer zurĂŒck nach Douala – heute heisst ist wieder einmal «ghosttown»! Schnell haben wir die Federmanufaktur gefunden und völlig unkompliziert und erstaunlich professionell wird MANni unter die Lupe genommen und sich seiner Wehwehchen angenommen! Bis nach Feierabend sind die Mechaniker am Werk und wechseln die hinteren FederbĂŒgel inkl. Muttern sowie die völlig durchgeschlagenen vorderen Silentblöcke 😊. Mit diesem Einsatz haben sie sich das von uns offerierte kĂŒhle Feierabendbier und die Schweizer Schokolade redlich verdient. Nun können wir mit gutem Gewissen den schlechten und schlammigen Pisten in den Kongos entgegensehen 


Da wir am Dienstag hier in Douala eine lose Abmachung mit der Mutter eines ehemaligen Arbeitskollegen von Armin haben, entscheiden wir uns, in der Stadt zu bleiben und im Deutschen Seemannsheim, dem Hotel vom Samstag, wo wir nicht stehen durften, ein Zimmer zu nehmen. Leider ist keines mehr frei und so erlaubt uns der Direktor dieses Mal, doch auf dem Parkplatz im MANni zu ĂŒbernachten – kostenlos! Einzige Auflage: wir mĂŒssen um 9:00 Uhr weg sein 


Nach einigem Hin und her telefonieren und Sucherei werden wir am Dienstagmittag von Florence herzlichst begrĂŒsst und essen zusammen mit ihr und ihrer Tochter Ngassam zu Mittag. NatĂŒrlich werden wir gefragt, wie es uns in Kamerun gefĂ€llt und wo wir alles gewesen sind – als sie hören, dass wir am Wochenende in Limbe waren, meinen beide, das sei doch in einem gefĂ€hrlichen Gebiet und sie sind ĂŒber unseren Mut ganz erstaunt 
 wir sind auch erstaunt – nicht ĂŒber unseren angeblichen Mut, sondern dass Ngassam, die in Togo bei einer weltweit tĂ€tigen, offiziellen Behörde arbeitet, die Lage im SĂŒdwesten des Landes als so gefĂ€hrlich einstuft und sich selber nicht in das Gebiet begeben wĂŒrde! Sind die Leute hier irgendwie verĂ€ngstigt, ĂŒbertrieben vorsichtig, wird der Konflikt von den Medien doch hochgespielt oder sind wir zu unvorsichtig und naiv?

Die 80 Jahre alte, wie 60 aussehende und mit der Power einer 40-jĂ€hrigen ausgestattete, in Genf wohnhaftende Kamerunerin Florence hat viele Beziehungen und so finden wir uns bald im Fond eines Konsulatsautos mit Chauffeur wieder und werden vom einen Kongo-Konsulat zum anderen gefahren. Diese beiden Visa wollten wir uns in YaoundĂ© besorgen – hier haben wir beide innerhalb von 2 Âœ Stunden im Pass 😊! Und dann erst noch fĂŒr je 30 Tage – das eine zum Preis eines Express-Transitvisum, das andere zum Preis fĂŒr Einheimische 😊 
 so schnell haben wir es doch noch nie geschafft! Vielen Dank, Florence!

Da Florence und Ngassam wie wir am nĂ€chsten Tag nach YaoundĂ© fahren möchten, werden wir uns dort noch einmal treffen 


Auf dem Weg dorthin werden wir dreimal von der Strassensicherheitsbehörde aufgehalten und jeder will ein anderes Papier sehen. Einer ist der Ansicht, dass wir illegal unterwegs sind, da MANni in Kamerun keine technische PrĂŒfung erhalten hat 
 erst als ich ihm das Carnet unter die Nase halte und erklĂ€re, dass das nicht nötig ist, da wir Touristen sind, gibt er sich zufrieden. Ein anderer behauptet, Armin sei zu schnell auf die Kontrolle zugefahren und wir mĂŒssen eine Busse von FCFA 24’000 bezahlen. Ich zeige ihm mein Portemonnaie und sage, dass die FCFA 8’500 darin das einzige ist, das wir noch haben und wir höchstens FCFA 7’000 bezahlen können, da wir ja auch noch Roadtax bezahlen mĂŒssen (jeweils FCFA 500 mit Quittung) 
 ganz nimmt er mir das wohl nicht ab und meint, der Rest muss nun eben Armin bezahlen 
 aber auch der hat kein Geld mehr, teure Visa etc. 
 Leider habe ich vergessen, eine Quittung zu verlangen – wer weiss, ob wir dann nicht ohne «Busse» davongekommen wĂ€ren 😉. (Übrigens ist es das einzige Mal, dass wir das GefĂŒhl haben, als Weisse und Touristen schikaniert respektive abgezockt zu werden.) Der dritte kritisiert das Alter des Feuerlöschers und behauptet, dass wir den ersetzen mĂŒssen 


In YaoundĂ© stellen wir uns in den schönen und ruhigen Garten eines Guesthouses, welches von einem Genfer geleitet wird. Kaum zu glauben, dass wir uns mitten in einer Grossstadt befinden 😊! Und hier in YaoundĂ© betreten wir auch zum ersten Mal ein Hilton Hotel 
 nicht, weil wir hier klimatisiert logieren möchten, sondern weil es eine der wenigen Möglichkeiten sein soll, unsere Westafrikanischen CFA in Zentralafrikanische FCFA umzutauschen! 

Am Freitagnachmittag werden wir von Florence und Ngassam zu einer kleinen Bummelfahrt zum Zoo von YaoundĂ© und auf den «Hausberg» abgeholt – der «Hausberg» FĂ©bĂ© ist schön gelegen und es gefĂ€llt uns dort gut, der Zustand des Zoos und die Tierhaltung dagegen weniger 


Im Grossen und Ganzen hat uns Kamerun sehr gut gefallen. Schöne Landschaften, tropische Flora, wenig Betteln, viel freundliches Zuwinken, strahlendes Lachen – die Lebensfreude dieser Menschen ist offensichtlich und fast greifbar. Schade, dass die angespannte Sicherheitslage ein ausgedehntes Reisen unmöglich macht.

Und schon sind wir wieder «on the road». Ein langer Fahrtag steht uns ĂŒber Ebolowa und Ambam bis zur Grenze nach Gabun bevor, wo wir erst am spĂ€teren Nachmittag ankommen. Die Ausreise aus Kamerun geht schnell, die Einreise nach Gabun dagegen zieht sich in die LĂ€nge. Der einzige Beamte, der den Polizeiposten besetzt (eher ein kleiner Unterstand neben der Strasse), muss nicht nur den Ein- und Ausreisenden die PĂ€sse resp. ID kontrollieren, er muss sich auch noch mit diesen zwei Touristen abgeben, die ohne Hotelreservation ins Land wollen! So muss er zuerst den Chef in Bitam, dem nĂ€chsten Ort, anrufen und sich Anweisungen geben lassen. Dann muss er fĂŒr beide je eine Fiche mit vielen Angaben ausfĂŒllen und sogar noch dazu schreiben, warum diese ohne Reservation oder Adresse im Land hier auftauchen und Einlass begehren 
 das ist gar nicht so einfach, bringt ihn immer wieder zum Studieren und dauert deshalb auch dementsprechend lange 😉 
 Wir werden angewiesen, uns in Bitam bei der Immigration zu melden, die Fiche abzugeben und dort unsere PĂ€sse stempeln zu lassen – zu unserem Pech ist es aber Samstagabend und das BĂŒro sicher geschlossen, unversucht möchten wir es aber nicht lassen 
 als wir uns schon etwas verĂ€rgert zum angepeilten Hotel verziehen wollen, kommt ein Mann aus dem vermeintlich geschlossenen BĂŒro und fragt uns, ob wir die Schweizer seien 
? Ja sind, wir – und schon werden wir eingelassen! Schnell noch eine Kopie des Passes und des Visums im KopiergeschĂ€ft gegenĂŒber machen lassen und schon haben wir den Stempel im Pass und stecken nicht, wie befĂŒrchtet, bis am Montag hier fest 😊.

Unterwegs hierhin haben wir wieder einmal ein typisch afrikanisches Erlebnis: wir werden, wie so oft seit wir nach Nigeria eingereist sind, angehalten und ich gehe mit unseren Unterlagen ins «BĂŒro», meistens ein kleiner Bretterverschlag, manchmal auch ein kleineres Haus. Dort wird mir eröffnet, dass wir FCFA 10’000 StrassengebĂŒhren bezahlen mĂŒssen???  Als ich einwende, dass das aber sehr viel ist und ich noch nie davon gehört habe, sinkt der Preis sofort auf FCFA 5’000. Ich biete ihm FCFA 2’000, was fĂŒr ihn o.k. ist. Da ich kein Geld dabei habe, gehe ich zum MANni hinĂŒber und höre im Hintergrund, dass jemand mir zuruft, es sei gut, wir können fahren. Als ich mich umdrehe und mich verabschiede, kommt der erste aus der HĂŒtte und meint, der andere hat hier nichts zu sagen, ich muss bezahlen. ZurĂŒck in der HĂŒtte will ich erst eine Quittung ĂŒber die FCFA 2’000, bevor ich damit herausrĂŒcke – die kleinen, vorgedruckten Abreisszettelchen sind jedoch erst ab FCFA 5’000 ausgestellt – was soll der gute Mann denn jetzt machen, damit er das Geld kriegt? Ich mache ihm den Vorschlag, den Betrag doch auf eines der Zettelchen mit einem handgeschriebenen Kreuz zu schreiben, so wie er es ganz zu Beginn der Verhandlungen fĂŒr die FCFA 5’000 machen wollte 
 findet er keine gute Idee, lieber soll ich ihm die FCFA 2’000 fĂŒr eine Cola geben oder eventuell ein Bier 
? Ich stehe lachend auf und er begleitet mich ebenfalls lachend hinaus und verabschiedet sich freundlich, nicht ohne nach einem Foto gefragt zu haben, was ich verneine 😉 
 und selbstverstĂ€ndlich ohne einen krummen Rappen erhalten zu haben 😉! That’s Africa!

Der nĂ€chste Tag bringt uns vom Winter in den Sommer – wir ĂŒberqueren am frĂŒhen Nachmittag den Äquator 😊! Dort, wo das erinnerungswĂŒrdige Ereignis stattfindet, steht am linken Strassenrand in Gegenrichtung, also fĂŒr uns nicht lesbar, ein kaputtes Schild, welches wir nicht weiter beachten 
 anhalten, um genauer hinzusehen und um ein Foto zu machen, möchten wir auf der nicht allzu breiten, kurvenreichen Strasse auch nicht – zu gefĂ€hrlich. Somit haben wir kein Foto vom MANni und von uns am Äquator in Gabun. Na ja 
 es wird hoffentlich nicht das einzige Mal sein, wo wir diesen imaginĂ€ren Strich zwischen Nord und SĂŒd ĂŒberfahren 


Bis am Abend erreichen wir die durch Albert Schweitzer weltberĂŒhmt gewordene Ortschaft LambarĂ©nĂ©, wo wir von einem Mann aus NeuchĂątel ganz herzlich willkommen geheissen werden und uns ganz unkompliziert vor das Museum des Schweitzer-Hospitals hinstellen dĂŒrfen 😊. Ganz ohne Schwierigkeiten geht es aber doch nicht, da fĂŒr MANni die Schranke beim Eingang weiter angehoben werden und ich durch die Luke im FĂŒhrerhaus aufs Dach klettern muss, um ein zu tiefhĂ€ngendes Kabel sicher ĂŒber unseren Grossen zu leiten 
 

Nach einer tropisch feuchten und heissen Nacht besichtigen wir das Museum. In diesem Haus hat der NobelpreistrĂ€ger gelebt, philosophiert, den Glauben verbreitet, musiziert, BĂŒcher und Briefe geschrieben und ist im Alter von 90 Jahren auch hier in seinem Bett gestorben. Danach geniessen wir eine sehr interessante FĂŒhrung durch das alte Hospital und sind beeindruckt von all den verschiedenen Abteilungen und UntersuchungsrĂ€umen, inkl. Zimmer fĂŒr Zahnbehandlungen, GebĂ€rzimmer, Operationsraum, Labor und weitere. Zuletzt stehen wir vor seinem Grab, welches sich unterhalb seines Wohnhauses befindet. Ich freue mich jetzt schon darauf, die auf dem E-Reader mitgenommenen BĂŒcher dieses vielseitig begabten und wirkenden Menschen zu lesen 😊!

Den Rest des Tages verbringen wir wieder auf der Strasse. Die Landschaft wird flacher und der Bewuchs wechselt von tropischem Urwald zu Grassteppe. So wie wir es einschĂ€tzen, ist diese Änderung im Bewuchs nicht Natur-, sondern Menschenbedingt – Brandrodung und Holzschlag lassen grĂŒssen. Auch das vermehrte Auftreten von Sumpflöchern und -gebieten fĂŒhren wir auf diesen Raubbau am so lebenswichtigen Tropenwald zurĂŒck! 

Unterwegs, irgendwo im Nirgendwo auf einer Strasse in Gabun, kommen uns zwei Touristen auf FahrrĂ€dern entgegen – sie sind in SĂŒdafrika losgefahren und auf dem Weg nach Norden! Hut ab vor dieser Leistung! 

ZĂŒgiger als erwartet kommen wir voran und sind im Verlauf des Nachmittages des 21. Januar 2019 in NdĂ©ndĂ©, wo die Piste zur Grenze zur Republik Kongo beginnt. Es ist noch frĂŒh genug, die FormularitĂ€ten zu erledigen und so steuert Armin MANni nach nur zwei Tagen in diesem Land, welches etwa eine Woche vor unserer Einreise einen Putschversuch erlebt hat und wir deshalb auf direktem Weg durchfahren haben, der sĂŒdlichen Grenze zu. Wir sind uns jedoch nicht sicher, ob wir nicht bis am 23. Januar mit der Einreise warten mĂŒssen, denn unser Kongo-Visum ist erst ab dann gĂŒltig 
 schlechte Planung 😉. Unterwegs fangen wir uns bei einer Kontrolle noch einen RĂŒffel ein, da wir die angeblich obligatorischen Leucht-Plaketten nicht am Fahrzeug haben – der dazukommende, Ă€ltere Beamte winkt jedoch ab und lĂ€sst uns als Touristen unbehelligt gehen. Ausserdem fragt er, ob die vor wenigen Tagen hier durchgekommenen Motorradfahrer unsere Freunde seien – ja, sind sie, Matthias und die Belgier 😊!

Schlagartig hört nach NdĂ©ndĂ© der Teerbelag auf und wir finden uns auf einer schlechten Piste wieder! Bevor wir an der Grenze sind, schaue ich noch auf i-overlander nach, wo wir genau was erledigen mĂŒssen und bemerke, dass wir den Pass in NdĂ©ndĂ© hĂ€tten ausstempeln lassen mĂŒssen – also Kehrtwendung und die wenigen Pistenkilometer zurĂŒck. Bei jeder Grenze bisher wurden wir angehalten oder war eine Schnur gespannt, wenn ein Stempel nötig war – nur hier ist das GebĂ€ude etwas abseits der Strasse weder angeschrieben noch sonst wie bezeichnet. Lediglich eine Fahne flattert im Wind, so wie bei so manchem anderen GebĂ€ude auch.

PĂ€sse stempeln – schon sind wir wieder auf der schlechten Piste. Das Carnet wird problemlos und zĂŒgig ausgefĂŒllt und gestempelt und somit sind wir wieder aus Gabun ausgereist! Die Einreise in die Republik Kongo wird ebenso zĂŒgig und routiniert erledigt 😊 und um 18:00 Uhr sind wir in diesem berĂŒchtigten Land! Einer der schnellsten und unkompliziertesten Grenzen bisher! Und das mitten im Nirgendwo! Was werden wir hier wohl erleben und wie werden wir durchkommen? Werden wir die kursierenden GerĂŒchte ĂŒber die angeblich schlimme Korruption und die weit verbreitete Schikaniererei von Touristen bestĂ€tigen können? Sind die Pisten und Strassen wirklich so schlecht? Wir sind ja mal gespannt 
 denn bis jetzt haben wir Vieles ganz anders erlebt, wie es Reisende vor uns beschrieben haben.

Der Carnet stempelnde Beamten gefragt, ob wir den jungen Schweizer kennen, der vor wenigen Tagen mit dem Motorrad hier vorbeigekommen ist 
 Schneider sein Name! Sicher kennen wir den, es handelt sich auch hier um Matthias. Muss wohl bei den Beamten einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen haben 😉 


Angesichts der fortgeschrittenen Zeit dĂŒrfen wir die Nacht gleich an der Grenze, direkt neben dem Polizeiposten verbringen. Und zum ersten Mal seit langem beginnt es zu regnen – die Regenzeit schickt seine Vorboten – so hoffen wir auf jeden Fall, denn die Pisten in den beiden Kongos sollen auch in der Trockenzeit eine Herausforderung sein 


In den letzten drei Wochen sind wir unzĂ€hlige Male von der Polizei, dem MilitĂ€r, der Gendarmerie oder von Beamten der Strassensicherheit angehalten worden und mussten die immer selben Fragen nach dem Woher, Wohin und unserer Mission in Afrika beantworten. Oft sind unsere PĂ€sse, der Fahrausweis und die Fahrzeugpapiere kontrolliert worden, wobei der Fahrzeugausweis meistens etwas irritiert in den HĂ€nden gedreht wurde 
 Meistens sind wir schnell wieder unterwegs, wenn wir erklĂ€ren, dass wir lediglich Touristen sind. Manchmal haben wir nur abgebremst und, wenn kein Nagelbrett oder eine Schranke die Weiterfahrt verhindert hat, die Beamten seelenruhig im Schatten sitzen geblieben sind, jeweils freundlich gewinkt und sind einfach durchgefahren. Und manchmal haben wir das wĂŒtende Pfeifkonzert eines eifrigen Beamten geflissentlich ĂŒberhört – denn jeder dieser «Wegelagerer» hat eine Trillerpfeife im Mund und wer weiss schon sicher, wer damit gemeint ist 😉?

Was in diesen LĂ€ndern ebenfalls ein echtes Verkehrshindernis ist, sind die Massen an Taxis und Kleinbussen, welche die Strassen der StĂ€dte verstopfen. Da sie auf der Suche nach potentiellen FahrgĂ€sten langsam fahren oder am rechten Strassenrand, meistens ohne Blinker, einfach anhalten, sind sie ĂŒberall im Weg und verursachen ein unglaublicher Chaos. GefĂŒhlt ist jedes zweite Auto in einer Stadt ein Taxi 
 Auch die wenigen Polizisten, welche in einem der vielen Kreisverkehren versuchen, einen steten Verkehrsfluss hinzubringen, erreichen immer nur das Gegenteil 


Von der angeblichen Korruption und den Schikanen gegenĂŒber Touristen, besonders gegenĂŒber Overlandern, haben wir weder in Nigeria noch in Kamerun etwas bemerkt – wir wurden (fast) immer höflich und zuvorkommend, also absolut korrekt behandelt und uns wurde nie eine absurde Busse fĂŒr ein angebliches Vergehen angedroht 
 somit können wir die oft gehörten und erzĂ€hlten Geschichten, welche in dieser Hinsicht kursieren, in keiner Art und Weis bestĂ€tigen 
 

Dann noch ein Wort zum tropischen, feucht-heissen Klima: in den Hotels mit Klimaanlage ist es meistens gar sehr kĂŒhl und die Pusterei in der Nacht ist uns, wie schon beschrieben, nicht eben gut bekommen. Die NĂ€chte im MANni sind uns da doch noch lieber, trotzdem es dann heiss und feucht ist. (Die Klimaanlage lassen wir als elenden Stromfresser lieber nicht die ganze Nacht laufen. Manchmal stellen wir sie noch wĂ€hrend der Fahrt an, um den Koffer etwas abzukĂŒhlen – bringt aber leider nicht den erwĂŒnschten Effekt 
 somit lassen wir auch das sein.) Das hat zur Folge, dass die Matratze und die Kissen nie ganz trocken werden und wir sozusagen in unserem eigenen Schweiss liegen. Nur wenn ein wenig Wind aufkommt, wird es ein wenig angenehmer. Dass wir so natĂŒrlich oft nicht allzu gut schlafen können, kann man sich vorstellen. Und zu diesen und anderen physischen Auswirkungen des unangenehmen Klimas kommen noch die psychischen: schlechter Schlaf und dauerndes Schwitzen hat an manchen Tagen auch eine negative Wirkung auf unsere Laune und die Kommunikation 😉 
 

Goodby, rafiki yetu! Kwaheri kwa sasa 


 

volle Distanz: 3287.49 km
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2 Kommentare

  1. 2. Februar 2019    

    Hallo Ihr Lieben, wir haben euch im Mai 2018 in Slowenien kennen gelernt. Wir hatten einen netten Abend unter der Markise unseres Bullis. Ich Lese seitdem gespannt eure Reiseberichte und bin froh dass ihr so gut durch Nigeria (und den Rest von Westafrika) gekommen seid. Wir wĂŒrden uns wahnsinnig freuen die Berichte eurer Abenteuer irgendwann persönlich zu hören! Wann plant ihr in Kapstadt an zu kommen?
    Lasst mal von euch hören! Ich hatte euch meine Vistitenkarte fĂŒr eventualitĂ€ten in Nigeria gegeben. Viele GrĂŒĂŸe
    Lisa, Thomas und der kleine Julius

    • Penny & Armin Penny & Armin
      6. Februar 2019    

      Hallo ihr 3,
      natĂŒrlich erinnern wir uns an euch und an den gemĂŒtlichen Abend im Regen in Slowenien … schön, von euch zu hören.
      Wir haben die Westafrikanischen und Zentralafrikanischen LĂ€nder ganz anders erlebt, als es viele Reisende beschreiben. Leider waren die meisten Durchreisedestinationen fĂŒr uns, so auch Nigeria. Aber manchmal zwingen einem die UmstĂ€nde dazu, schneller unterwegs zu sein als geplant.
      Wir werden voraussichtlich im FrĂŒhling in die Schweiz zurĂŒck fliegen und ein bis zwei Monate dort verbringen. Somit wissen wir noch nicht genau, wann wir in Kapstadt sein werden.
      Liebe GrĂŒsse an euch aus Angola
      Penny und Armin

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