Weltreise

Auf dem Weg nach Marokko, 18. – 25. September 2016

Der Sonntag ist mit lesen, blogschreiben (der letzte Blog ist dann entstanden und online gegangen) sowie mit dem Fotografieren einiger Seiten eines von einem an unserem MANni interessierten spanischen Paar mit Wohnmobil ausgeliehenen Campingführers von Marokko schnell vorbei. Bevor wir dieses schöne und gemütliche Flecklein Erde velassen, wird am Nachmittag noch ein kurzes Bad im Meer genossen. Und erfreulicherweis sichten wir nur 2 Quallen und haben keine schmerzhaften Begegnungen mit diesen Viecher, wie es am Samstag vor allem Armin gehabt hat!

Am späteren Nachmittag dislozieren wir an den übernächsten Starnd, La Isleta, an denjenigen, welcher wir schon vor 2 Tagen anfahren wollten. Hier freuen wir uns auf das uns schon bekannte Restaurant mit dem guten Fisch, den wir am Abend auf der Terasse direkt am Meer geniessen. Endlich mal nicht selber kochen, herrlich!

Nun wird sich vielleicht mancher fragen, warum ein kleiner, nicht allzu attraktiver Strand, dann noch neben einem Dorf gelegen, gut von “Weissware” besucht, zu unseren Lieblingsstränden gehört. Wir, die ja sonst lieber für uns alleine, an einsamen, nur für 4×4 zugänglichen Stellen stehen. Es gibt hier zwei gute Gründe: erstens das schon erwähnte, vorzügliche Fischrestaurant, dann aber noch die an einem Ende des Strandes eingelassene Süsswasserdusche, wo sich nicht nur das Salzwasser abspülen, sondern auch bei spärlicher Besetzung der Liegefläche durch sonnenhungrige Spanier und Touristen daneben der sich angesammelte Dreck aus den Poren und den Haaren waschen lässt!

Dieses Mal hat dieser Strand noch einen nicht unwesentlichen Vorteil gegenüber dem letzten: ES HAT HIER KEINE QUALLEN!!!

La Isleta

Auch hier bleiben wir für 2 Nächte, uns der Gefahr bewusst, dass wir wie schon vor 3 Jahren am Montagabend von der Parkwache verscheucht werden könnten! Wohin in einem solchen Fall, wissen wir unterdessen, also nur kein Stress. Am Nachmittag fährt die Guardia Civil langsam von einem WoMo zum andern, ein Spanier kommt bei allen vorbei und verteilt das Flugblatt eines neuen, nahe gelegnen Stallplatzes und einigen scheint dies schon zu verdächtig zu sein, sie räumen freiwillig das Feld. Aber es bleibt heute ruhig, niemand wird des Platzes verwiesen und wir geniessen den weiteren schönen Abend.

Am Dienstag machen wir uns wieder auf die Räder, unser nächstes Etappenziel ist Algodonales auf der westlichen Seite Andalusiens, wo wir vor 7 Jahren schon waren und unsere Gleitschirme ausgelüftet hatten. Da uns die Landschaft in den Alpujarras, den südlichen Ausläufern der Sierra Nevada, so gut gefallen hat, nehmen wir nicht die direkte Route über Malaga und Ronda, sondern eine weiter nördliche. Und auch hier, vieles kennen wir schon, an manchen Orten heisst es “weisch no …”, oder eben auch einmal: “weisch no, i dem Dorf det sind mer doch fascht stecke blibe mit em Hymer”!

Hier dem unwissendem Leser die Vorgeschichte dazu: als wir das erste Mal in Spanien unterwegs waren, suchten wir an einem Nachmittag wieder einmal einen Übernachtungplatz, mit dem Hymer manchmal doch etwas schwieriger zu bewerkstelligen als mit MANni. Eine verlockende und vielversprechende Schotterstrasse biegt irgendwo in die Berge ab, also versuchten wir es. Nach ein paar wenigen Kilometern wurde es leider zu steil und steinig für unser Wohnmobil und wir entschlossen uns, doch lieber zu wenden und unser Glück woanders zu versuchen. Halbwegs wieder unten auf der Teerstrasse kam an einer Pistenkreuzung ein Auto von links, also dort hinunter, eine Abkürzung, dann stossen wir sicher auch wieder auf die Strasse … ja, das dann schon, aber dazwischen liegt ein andalusisches weisses Dorf, malerisch an den Hang geklebt mit engen, verwinkelten Gassen! Und hier passt unser Hymer grade mal eben zwischen den Häusern hindurch, bis wir uns an einem Platz befinden, wo eine Betonstrasse spitzwinklig und steil nach rechts hinten weiter ins Dorf hinuter taucht! Also mal aussteigen und sich unter den neugierigen Blicken der Dorfbewohner schlau machen, ob es hier weitergeht … denn wenden oder rückwärts wieder zum Dorf heraus – keine Chance! Die nach unten führende Gasse wird nach 2 Kurven etwas breiter, uns bleibt nicht viel anderes übrig, als es zu versuchen. Zum Glück erreichen wir nach wenigen hundetr Metern die Strasse und können aufatmen! Gerade mal gut gegangen! Fazit der Geschichte: nimm nie eine sich anbietende Abkürzung, wenn du nicht schon zuvor dort durchgefahren bist und weisst, dass es passt!!!

Warum habe ich jetzt diese Episode so ausführlich beschrieben? Auf der Suche nach einem Übernachtungsplatz fahren wir mit MANni eben in der Nähe des besagten Dorfes wieder über eine Schottepiste in die Bergwelt hinein. Weit oben werden wir fündig und stellen uns neben die Piste, welche fast nicht befahren ist, an eine ebene Stell und geniessen den ruhigen Abend und die schöne Aussicht, natürlich nicht ohne die beschriebene Geschichte Revue passieren zu lassen!

Las Alpujarras / Sierra Nevada

Am Morgen zeigt uns unser gescheites Laptop, dass wir nicht wieder die selbe Strecke zurückfahren müssen, sondern weiter am Hang entlang über die Bergstrasse hoppeln können und so irgendwann dann die Teerstrasse erreichen. Und wo ist das wohl? Natürlich genau an der Stelle, wo wir es damals mit dem Hymer versucht haben. Aber dieses Mal biegen wir wohlweislich nicht an besagter Kreuzung ab, warum wohl nicht ;-)? Fazit dieses Mal: wenn du von einer nicht zu befahrender Engstelle weisst, umfahre diese grossräumig!

Das dies unsere Testreise ist, ist allen, die uns kennen, schon längstens bekannt. Und wirklich, es gibt einiges, welches wir, wenn wir wieder zu Hause sind, reparieren resp. überarbeiten müssen. So auch unser Kühlschrank: schon in den ersten Tagen dieser Reise hat er immer wieder seinen Dienst aufgegeben, Armin konnte ihn aber immer wieder kurzfristig zum Laufen bringen. Nun wurde es ihm aber zu blöd, jedes Mal nach einer Holperfahrt am Stecker rütteln zu müssen. Also mal schauen, ob sich das nicht dauerhafter reparieren lässt. Also am Boden liegend, im engen Raum, wo der Kompressor ist, den Stecker ausbauen, anschauen, die Kontakte richten, wieder einbauen – und siehe da, seit dann schnurrt das Ding wieder wie neu! Zu Hause muss dies jedoch nochmals gerichtet werden, damit es auch wirklich keine Probleme mehr macht.

An den diversen Treffen, welche wir in den letzten beiden Jahren besucht haben, haben mir die erfahrenen weltreisenden Hausfrauen immer wieder gesagt, dass es enorm wichtig ist, die eigene elektrisch betriebene Waschmaschine dabei zu haben. Für eine solche habe ich aber im MANni erstens keinen Platz, zweitens braucht mir eine solche zu viel kostbares Wasser und überhaupt, die Wäsche wird auch auf ökologischere Weise sauber. Aber trotzdem, eine Waschmaschine haben auch wir dabei (nein, ich meine nicht meine Hände, obwohl, auch diese kommen immer wieder zum Einsatz). Wir haben unsere blaue, mechanisch betrieben Waschmaschine, in der die Wäsche mit wenig Wasser, etwas Waschmittel, Sonnenenergie und der nicht zu vermeidenden Schüttelei auf den spanischen Strassen und Pisten ebenso sauber gewaschen wird! Des Rätsels Lösung: wir haben uns ein kleines, festes, blaues, 30 l fassendes, dicht verschliessbares Plastikfass gekauft, welches bei Bedarf mit den nötigen Utensilien bestückt und verschlossen wird. Am Morgen eines Fahrtages wird es einfach vorne bei der Abschrägung des Koffers hinter dem verlängerten Luftansaugstutzen fest verzurrt und bis am Nachmittag ist alles sauber. Dann noch ausspülen (zugegeben, auch dies braucht Wasser und muss von Hand gemacht werden) und im Wind aufhängen … und schon ist auch der ökologische Trockner vorhanden!

Abendstimmung am See

Die weiteren Tage sind, wie so oft hier in Andalusien, von der abwechslungsreichen Landschaft geprägt und einmal sehen wir eine doch eher selten anzunehmende Naturerscheinung: das Meer ist bis auf wenige hundert Meter landeinwärts trotz strahlendem Sonnenschein unter einer dicken Nebeldecke verborgen!

Die vielen Staussen hier sind alle nur halb gefüllt und durch das sedimenreiche, lehmhaltige Wasser leuchten sie schon von Weitem in einem hellen türkisblau, wunderschön.

Türkisfarbenes Wasser

In Algodonales kommen wir am Donnerstag Abend an, wir finden den Weg zum Startplatz aber nicht mehr, wo wir uns eigentlich hinstellen wollten. Also bleiben wir an einem der hier überall anzutreffenden öffentlichen Grillstellen stehen und können, da es hier nicht sehr windig ist, endlich einmal unseren Grill auspacken.

Am Freitag Morgen begeben wir uns zur “Flaniermeile” im Dorf da wir wissen, dass Gerhard, der hier ansässige deutsche Flugführer, jeden Morgen hier sein Frühstück nimmt und den Gleitschirmpiloten das Wetter, den Wind und das geplante Fluggebiet erläutert. Und er kann unseren Gedächnissen auf die Sprünge helfen, so dass wir heute die staubige, steile und enge Piste, auf der uns die manchmal weit hinunter hängenden Ästen der unzähligen Steineichen das Durchkommen fast nicht zulassen, auf Anhieb finden. Und so verbringen wir einen einsamen und aussichtsreichen Nachmittag und eine fast ganz ruhige Nacht beim obersten Startplatz. Wenn nur nicht die zeitweise munter herumrennenden und kratzenden Mäuse auf MANnis Dach wären 😉 … Und wer nicht erraten kann, was das auf dem Dach denn wirklich war, erfährt es das nächsten Mal.

Algodonales

Am Samstag verabschieden wir uns auch von hier und fahren wieder ans Meer, dieses Mal an den Atlantik. In Jerez wollen wir nochmals für das Wochenende einkaufen, sonderbarerweise ist aber alles zu. Erst in der nächsten Ortschaft haben die Läden geöffnet und so wie es uns erscheint, ist auch ganz Jerez hier!

Hier an der stark überbauten Costa del Luz ist es nicht so einfach, einen Stellplatz zu finden. Aber überraschenderweise und mit Hilfe unseres Laptops finden wir schon bald einen öffentlichen Parkplatz gleich neben dem Strand, wo das Campieren nicht per Schild verboten ist und wo wir uns wieder einmal in guter Gesellschaft hinstellen. Hier verbringen wir auch den Sonntag mit abschliessenden Vorbereitungen für die Überfahrt nach Marokko.

Bis bald und geniesst das Leben!

Penny, Armin und MANni

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